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Nicht bloß ein Name – 5 Tipps für überzeugende Romanfiguren


Manche Romanfiguren lassen uns auch nach dem Lesen der letzten Seite nicht mehr los. Sie wirken auf uns real und wir haben das Gefühl, sie persönlich zu kennen. Während des Lesens haben wir mit ihnen gefühlt, gelitten, gelacht und ihre Entscheidungen verstanden – selbst wenn wir vielleicht anders gehandelt hätten.

 

Hinter all dem steckt einer der wichtigsten Bestandteile einer guten Geschichte: authentische Figuren.

Lektorat Moosbuchner, glücklichschreiben

 

Doch wie kann man glaubwürdige Charaktere erschaffen, die die Lesenden berühren?

In diesem Artikel gebe ich Ihnen 5 Tipps, wie Sie überzeugende Romanfiguren entwickeln, die Ihrer Leserschaft in Erinnerung bleiben.


1. Geben Sie jeder Figur eine eigene Stimme

 

Jeder Mensch hat einen individuellen Sprachstil. Auch mit geschlossenen Augen könnten wir uns bekannte Personen erkennen. Nicht nur an der Tonlage der Stimme, sondern an diesen ganz eigenen Details, wie z. B. Tempo, Lieblingswörter/-phrasen, besondere Aussprache einzelner Worte etc. Dies sind markante Wiedererkennungsmerkmale. Auch jede Romanfigur braucht einen individuellen Sprachstil, um authentisch zu wirken.

 

Vielleicht drückt sich eine Figur eher in kurzen, präzisen Sätzen aus. Eine andere schweift gern ab oder verliert sich in Nebensätzen. Achten Sie auch auf Dialekte. Diese sprachlichen Eigenheiten machen Ihre Figuren unverwechselbar.


2. Zeigen Sie Stärken und Schwächen

 

Kein Mensch ist perfekt. Wir alle haben Stärken und Schwächen, positive und negative Eigenschaften. Niemand ist nur gut oder nur böse. Es ist die Mischung, die unsere Individualität bestimmt. Das gilt natürlich auch für überzeugende Romanfiguren.

 

Charaktere, die alles können und nie scheitern, können die Lesenden schnell langweilen. Ebenso wirkt eine Figur, die nur böse ist, unglaubwürdig und farblos. Es sind die positiven und negativen Aspekte des Charakters, die den Lesenden eine Figur nahebringen.


3. Geben Sie Ihren Figuren Widersprüche

 

Reale Personen sind nie eindimensional. Der verständnisvolle Lehrer kann auch streng sein. Die offensichtlich selbstbewusste Ärztin leidet im Inneren unter Selbstzweifeln. Ebenso kann eine Figur widersprüchliche Ziele haben, beispielsweise strebt ein Vater beruflichen Erfolg an, doch das widerspricht seinem Wunsch, mehr Zeit mit den Kindern bzw. der Familie zu verbringen.

 

Genau so facettenreich sollten Sie Ihre Figuren anlegen. Widersprüche machen Charaktere authentisch und verleihen ihnen mehr Tiefe und Glaubwürdigkeit.


4. Schenken Sie Ihren Figuren ein Leben vor der Story

 

Alle Menschen tragen eine Vorgeschichte mit sich, die sie prägt. Durch sie entwickeln sich ihre Ängste, Hoffnungen und Reaktionen auf die Umwelt. Dasselbe gilt auch für Romanfiguren. Bei der Entwicklung geht es nicht darum, jedes kleinste Detail aus der Vergangenheit in der Story zu erwähnen, doch Sie sollten sie kennen. Am besten erreichen Sie dies mit der Erstellung eines ausführlichen Charakterbogens.

 

Warum hat Ihre Figur Angst vor Spinnen? Was hat sie als Kind/Teenager besonders geliebt/gehasst? All diese Punkte beeinflussen, wie Ihre Figur handelt und reagiert.

Merken Sie sich: Auch wenn nur ein Bruchteil dieser Aspekte in der Geschichte auftaucht, spüren die Lesenden die Tiefe dahinter.


5. Erlauben Sie Ihren Figuren, sich zu entwickeln

 

Im Laufe unseres Lebens verändern wir uns unweigerlich. Dies geschieht durch Erfahrungen und Herausforderungen, die uns prägen und aus denen wir lernen. Eine Romanfigur, die am Ende ihres Weges bzw. ihres Abenteuers genau dieselbe ist wie am Anfang, ist wenig authentisch. Dabei sollte die Charakterentwicklung stets zum Verlauf der Story passen und für die Lesenden nachvollziehbar sein.


Tipp: Lernen Sie von realen Personen

 

Die beste Inspiration für authentische Charaktere finden Sie tatsächlich im echten Leben. Achten Sie einmal darauf, wie Menschen in verschiedenen Situationen reagieren. Wie verhält sich jemand, der glücklich ist? Welche Bewegungen macht eine Person, wenn sie nervös ist? Welche Gesten nutzt eine andere beim Erzählen aufregender Neuigkeiten?

 

Die Beobachtung dieser kleinen Details wird Ihren Figuren Authentizität verleihen. Sie machen den Unterschied zwischen einer künstlich wirkenden und einer lebendig wirkenden Figur.


Fazit

 

Authentische Figuren sind das Herzstück jedes guten Romans. Sie schaffen es, uns zu erreichen und zu berühren. Arbeiten Sie gern mit den Tipps, die ich Ihnen in diesem Artikel erläutert habe, doch vergessen Sie dabei nicht: Die überzeugendsten Figuren entstehen nicht durch das Abarbeiten von Checklisten oder das reine Ausfüllen eines Charakterbogens, sondern durch Ihre ganz persönliche Art, Menschen zu beobachten, das Gesehene zu interpretieren und für Ihre Figuren umzusetzen.


Fühlen Sie sich noch unsicher bei der Entwicklung und Umsetzung Ihrer Romanfiguren oder haben Sie das Gefühl im Schreibprozess festzustecken? Vielleicht haben Sie Ihr Manuskript bereits fertig gestellt und sind nun auf der Suche nach einem professionellen Lektorat?

Ich unterstütze Sie gern mit einem individuellen Coaching, einem Lektorat oder einem Korrektorat.

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