Ein professionelles Lektorat ist im Grunde wie ein feines Ohr für Ihr Manuskript – es hört die falschen Töne heraus, bringt den Rhythmus in Schwung und sorgt dafür, dass Ihre Botschaft harmonisch bei den Lesenden ankommt. Doch lassen Sie uns ehrlich sein: Wenn das eigene Manuskript plötzlich voller farbiger Anmerkungen zurückkommt, fühlt sich das zunächst wie ein Guss mit kaltem Wasser an. Aber keine Sorge: Mit der richtigen Einstellung wird dieser Prozess für Sie zu einer wertvollen Lernreise.
In diesem Artikel zeige ich Ihnen, wie Sie als Autor*in das Feedback aus dem Lektorat nicht nur gelassen annehmen, sondern gezielt nutzen können, um Ihren Text erfolgreich zu überarbeiten.
Was sind Anmerkungen im Lektorat?
Bei einem Lektorat hinterlässt die Lektorin oder der Lektor Anmerkungen und Änderungsvorschläge direkt im Fließtext oder als Kommentar. Diese können Korrekturen zu Rechtschreibung und Grammatik enthalten, Ihren Schreibstil hervorheben, den Lesefluss optimieren, aber auch inhaltliche Hinweise geben. Ziel ist es stets, den Text für Lesende verständlicher und ansprechender zu machen und dabei Ihre persönliche Schreibstimme zu fördern. Ein professionell durchgeführtes Lektorat bedeutet meist viele Kommentare, die auf den ersten Blick überwältigend wirken können und an korrigierte Schulaufsätze erinnern. Lassen Sie sich davon nicht einschüchtern. Das ist völlig normal.
Warum Sie das Feedback nicht persönlich nehmen sollten
Jegliche Anmerkungen im Lektorat dienen allein dem Ziel, die Qualität Ihres Textes zu verfeinern und damit zu optimieren. Änderungsvorschläge sind keine persönliche Wertung des Lektorats gegenüber der Autorin oder des Autors. Dies ist ein häufiges Missverständnis, was zu Frust und Blockaden führen kann.
Vergessen Sie also nie: Anmerkungen in Ihrem Text sind Hinweise, die Ihnen helfen sollen, die eigene Geschichte zu verfeinern und Lesefluss sowie Verständlichkeit zu verbessern. Am Ende haben Sie ein Manuskript, das nicht nur sprachlich und inhaltlich präzise ist, sondern Ihre Geschichte harmonisch transportiert und Ihre Leserschaft begeistert.
Wie Sie als Autor/in mit Anmerkungen umgehen
- Erster Überblick: Sobald Sie das Feedback des Lektorats erhalten, sollten Sie sich zunächst eine Gesamtübersicht über alle Kommentare und Korrekturvorschläge verschaffen. Häufig senden Ihnen Lektorate zusammen mit Ihrem Manuskript einen ausführlichen Feedbackbogen. Lesen Sie sich diesen als erstes durch. Überlegen Sie: Welcher Art sind die meisten Hinweise? Geht es mehr um sprachliche Details oder um größere inhaltliche Anpassungen?
- Ordnung und Priorisierung: Im zweiten Schritt sortieren Sie nun die Anmerkungen nach Dringlichkeit und Umfang. Beginnen Sie bei der Überarbeitung mit größeren inhaltlichen Änderungen. Größere Änderungen können einzelne Szenen, aber auch ganz Kapitel betreffen. Würden Sie zunächst mit den „kleinen“ Änderungen wie Rechtschreibung, Satzbau und Stil beginnen, könnte es sein, dass Sie die korrigierte Szene später komplett umschreiben und die Korrekturen damit „umsonst“ waren. Starten Sie daher zuerst mit den inhaltlichen Überarbeitungen und widmen Sie sich danach den einfach umsetzbaren sprachlichen Korrekturen.
- Autorenstimme bewahren: Ziehen Sie auch Ihr Bauchgefühl zu Rate und übernehmen Sie nicht blind alle Vorschläge. Ein professionelles Lektorat macht Ihnen Vorschläge und erklärt diese verständlich. Hinterfragen Sie trotzdem jeden Vorschlag. Passt die Änderung zu Ihrem Stil und Ihrer Botschaft? Eine ehrliche, offene Kommunikation mit der Lektorin oder dem Lektor ist hierbei stets wichtig. So können Sie ein Verständnis für Vorschläge entwickeln und Ihre eigenen Vorstellungen klarer kommunizieren.
- Pausen einbauen: Gönnen Sie sich nach der ersten Überarbeitungsrunde eine Pause und lassen Sie Ihr Manuskript ruhen, bevor Sie weitere Anpassungen vornehmen. So schaffen Sie ein wenig Raum, um später mit einer frischen Perspektive erneut an die Überarbeitung zu gehen und Ihren Text nachhaltiger zu verbessern.
Offene Kommunikation ist der Schlüssel zum Erfolg
Ein wertvolles bereicherndes Lektorat ist nur durch eine respektvolle, wertschätzende Zusammenarbeit auf Augenhöhe möglich. Wenn Sie also Fragen haben oder sich bei Anmerkungen unsicher sind, scheuen Sie sich nicht, diese offen zu kommunizieren. Nur so entsteht ein gegenseitiges Verständnis, das Ihrem Manuskript zugutekommt.
Fazit
Ein professionelles Feedback aus dem Lektorat kann sehr umfangreich sein. Lassen Sie sich nicht verunsichern. Mit einer strukturierten Herangehensweise, einer positiven Einstellung gegenüber den Änderungsvorschlägen und einer offenen Kommunikation mit dem Lektorat meistern Sie die Überarbeitung mühelos. So profitieren nicht nur Sie als Autorin oder Autor, sondern auch Ihre Leserschaft, die Sie mit Ihren Geschichten begeistern.
Fühlen Sie sich noch unsicher bei der Umsetzung Ihres Romans oder haben Sie das Gefühl im Schreibprozess festzustecken? Oder haben Sie Ihr Manuskript bereits fertig gestellt und sind nun auf der Suche nach einem professionellen Lektorat?
Ich unterstütze Sie gern mit einem individuellen Coaching, einem Lektorat oder einem Korrektorat.
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