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Schluss mit Zweifeln – die richtige Verwendung von „hin“ und „her“


In der deutschen Rechtschreibung gibt es immer wieder kleine Stolperfallen, die uns kurz innehalten lassen. Auch die beiden Wörter „hin“ und „her“ gehören zu dieser Kategorie und sorgen bei Autorinnen und Autoren regelmäßig für Kopfzerbrechen. Besonders in Dialogen oder Beschreibungen von Bewegungen sorgen „hin“ und „her“ für Unsicherheit.

 

Aber wie unterscheiden sich die beiden Richtungsangaben genau? Hier gibt es eine einfache Regel, auf die ich in diesem Blogartikel genauer eingehe.

Lektorat Moosbuchner, glücklichschreiben

Wann verwendet man „hin“?

 

Die Richtungsangabe „hin“ kommt dann zum Einsatz, wenn sich eine Bewegung von der Sprecherin oder vom Sprecher wegbewegt, also auf ein entferntes Ziel zusteuert. Die Richtung, die damit signalisiert wird, entfernt sich von der sprechenden Figur – dorthin, wo diese selbst gerade nicht ist.

 

Häufig wird das Wörtchen „hin“ verwendet, wenn eine Figur eine andere wegschickt oder die Schreibenden eine räumliche Distanz ausdrücken möchten.

 

Beispiele:

  • „Geh hin und kauf das Buch.“
  • Sie lief dorthin, wo die anderen warteten.
  • „Schick ihn hin, er kennt den Weg besser.“

 

Merksatz: „Hin“ = dorthin (Weg von mir, hin zu dir.)


Wann verwendet man „her“?

 

Die Richtungsangabe „her“ beschreibt eine Bewegung zur Sprecherin bzw. zum Sprecher hin. Hier geht es um den Weg von dort nach hier. Das Ziel ist also die eigene Position: Etwas oder jemand kommt auf mich/die Figur zu oder wird zu mir/der Figur gebracht.

 

Im Alltag kennen wir das Wort „her" meist aus Aufforderungen.

 

Beispiele:

  • „Komm her, ich zeige dir etwas!“
  • „Bring mir bitte das Buch her.“
  • Sie rief ihren Hund zu sich her.

 

Merksatz: „Her“ = hierher (zu mir).


Typische Fehler

  • „Schau her!“ = falsch          Richtig: „Schau hin!“

Hier soll die Aufmerksamkeit auf etwas Bestimmtes gelenkt werden, nicht zur Sprecherin/zum Sprecher.

  • herunterschlucken = falsch           Richtig: hinunterschlucken

Beim Schlucken bewegt sich etwas nach unten – weg vom Mund, also von „hier“ nach „dort unten“.

Siehe auch: hinunterschauen, hinunterspülen


Klassische Verwechslungen

  • Heraufkommen vs. hinaufgehen

„Komm herauf!“ (zu mir nach oben) und „Geh hinauf!“ (weg von mir nach oben)

  • Hereinkommen vs. hineingehen

„Komm herein!“ (zu mir ins Haus) und „Geh hinein!“ (weg von mir ins Haus)

  • Herüberkommen vs. hinübergehen

„Komm herüber!“ (zu mir) und „Geh hinüber!“ (weg von mir)

 

 

Bei allen Beispielen gilt: Der Unterschied liegt allein an der Position der sprechenden Figur.


Fazit

 

Die deutsche Sprache steckt voller kleiner Tücken – die Richtungsangaben „hin“ und „her“ sind hier ein gutes Beispiel. Wenn Sie die Grundregel einmal verstanden haben, merken Sie schnell, dass hinter diesem Stolperstein eigentlich ein einfaches Prinzip steckt. Es lohnt sich, solchen vermeintlichen Kleinigkeiten immer wieder Aufmerksamkeit zu schenken, denn am Ende können sie den Unterschied zwischen einem klaren, flüssigen Text und einem mit holprigem Lesefluss ausmachen.


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